Freitag, 8. April 2011
Mein Tagebuch
Tag 1 (25.2.11)
Liebes Tagebuch, es ist Freitag und wir haben 2.45 Uhr. Ich sitze am Flughafen in Düsseldorf und warte darauf das die Schalter aufmachen und ich mir ein Ticket kaufen kann. Alle Leute um mich rum schlafen, nur der Junge mit der Kappe sitzt dort in ¾ Baggie, mit seinem Vans-Shirt und den Kopfhörern um den Hals und schreibt in sein Buch. Ich hab mir gerade die Worte angehört die meine liebsten auf meinem Diktiergerät hinterlassen haben. Ich könnte heulen. Ihr seid die größten für mich.
Was für ein Tag bis jetzt. Ich saß am Flughafen, dann bin ich wieder zum Düsseldorfer Hauptbahnhof gefahren und hab dort dann 2 Stunden im McDonalds geschlafen. Nur um darauf zu warten, das die Pfandhäuser aufmachen. Ich hab alles verkauft bis auf den I-Pod und mein Diktiergerät. Mir fehlen zwar immer noch 45 Euro aber ich versuch gleich die Mitleidstour bei älteren Menschen. Ich hab noch die Kamera und die kleinen Boxen zu verkaufen, das klappt schon. Dann komm ich zwar pleite in Mailand an, aber dafür glücklich.
Die Zeit läuft, wir haben 13.27 Uhr und mir fehlen noch 50 Euro für mein Ticket. So ein Scheiß! Ich halt schon ständig Ausschau nach Leuten die ein I-Phone haben, denen ich den Akku eventuell verkaufen kann. Mal schauen.
So, heute geht kein Flieger mehr für mich. Aber egal, ich hab Muskelkater, die Füße tun weh, dennoch hab ich ein Lächeln im Gesicht. Das ist glaub ich auch das wichtigste. Ihr fehlt mir jetzt schon, obwohl ich in einer Stunde bei euch sein könnte. Ich liebe euch.
So, es ist 21.05 Uhr und ich bin auf dem Weg nach Wuppertal. Mein Flieger geht jetzt am Sontag um 18.35 Uhr. Ich überrasch die andern jetzt mal. Ich hoffe die sind da.

Tag 2 (26.2.11)
Sie waren da. Ich werde sie echt vermissen, die haben mich zwar ausgelacht, aber ich hab gemerkt das sie sich gefreut haben.
Ich war im Chillies und hab mir Hannah´s Auftritt angesehn. Ob die wohl berühmt ist, wenn ich wieder im Tal bin.

Tag 3 (27.2.11)
So, heute sollte eigentlich mein Flieger gehen, doch ich habe kein Geld. Ich hab den ganzen Tag bei meiner Oma gechillt und meinen Bruder noch gesehen.


Tag 4 (28.2.11)
Heute ist Montag und ich sitze wieder am Flughafen in Düsseldorf. Wann ich fliege ist zwar noch ungewiss, doch das ich fliege, steht fest. Die Maschine morgen früh wird ich nicht nehmen können und die Maschine morgen Nachmittag kostet 400 Euro, das ist einfach zu viel. Also wird ich die wohl übermorgen nehmen. Gute Nacht, ich wird jetzt erst mal schlafen und schauen was der Tag morgen bringt.

Tag 5 (1.3.11)
So, ich bin meinem Ziel, ein Ticket zu bekommen, von 0 Euro auf 32 Euro rangekommen. Ich glaub mittlerweile könnte ich als Stadtführer in Düsseldorf recht erfolgreich werden. Ich sitze wieder auf meinem Stammplatz, ganz hinten an der Wand, dies ist nämlich der einzige Platz, wo man beim Schlafen seinen Kopf anlehnen kann. Ich habe heute eine Menge erlebt, doch der Höhepunkt war der Toilettenbesuch bei dem Chinesen. Ich werde nie wieder beim Chinesen essen gehen. Nachdem ich gebettelt habe, auf Toilette gehen zu dürfen, musste ich durch einen Gang zur Toilette. Da lag Essen rum, welches ich noch nicht einmal gegessen hätte, wenn ich blind wäre, doch nach dem Blick durch die Luke in die Küche war alles vorbei. Das arme Hühnchen, Zack, ich meine Stück Fleisch. Naja ich melde mich später nochmal, da sind gerade 5 bildhübsche Schwedinnen aus der Tür gekommen. Ich kann mich gerade nicht konzentrieren.

Tag 6 (2.3.11)
Ich habe komischerweise bis 12 Uhr geschlafen und mich entschieden, das ich mit dem Zug starte. Ich will endlich hier weg. Ich glaube ich werde mir wieder das gleiche Essen wie gestern holen. Toast, Käse, Wurst und Eis-Tee. Aber vorher geh ich nochmal pinkeln und lade meinen I-Pod auf.
Ich sitze gerade am Bertha-von-Suttner-Platz hinterm Hauptbahnhof und genieße die Sonne. Kann man mit 50 Euro glücklich werden, hab ich mich gerade gefragt und muss zugeben, das ich es noch nicht weiß. Aber mein Zugticket für morgen ist bezahlt, eine Schachtel Kippen hab ich vorsichtshalber auch noch geholt und mein Essen ist auch besorgt. Ich lass mir die Sonne gut tun und muss sagen, mit 50 Euro kriegt man wenigstens ein Lächeln ins Gesicht. Mein Zug geht morgen Früh um 9 Uhr, also denke ich, das ich noch eine Nacht am Flughafen schlafen werde.
Wo sind meine Kopfhörer?
Ich hab sie gefunden und schlief ein. Ich kann es kaum erwarten, noch 14 Stunden dann geht mein Zug. Juhu, es geht bald los. Ich habe total das Zeitgefühl verloren, ich sitze hier, wieder auf meinem Stammplatz und schaue immer in das gleiche Bild. Das Licht ist immer gleich, sogar die Arbeiter die die Wagen zusammenschieben sind dieselben. Doch ab und zu laufen hier ein paar nette Mädchen lang. Ich bin so unterfordert.


Tag 7 (3.3.11)
Juhu, es geht los, noch 3 Stunden, 11 Minuten und 14 Sekunden. Ich sitze noch am Flughafen und wärme mich ein wenig auf und mach mich gleich ein letztes mal auf zum Hauptbahnhof. Jetzt wird es ernst.
Hallo Mäuschen, süßes Mädel da gegenüber, soll ich doch noch hier bleiben? Scherz! Aber süß ist sie wenn sie so rüber lächelt.
So, ich sitze jetzt am Hauptbahnhof, es ist 8.30 Uhr und in einer halben Stunde geht mein Zug. Hier laufen so viele bekloppte rum, die sich auf Karneval einstimmen. Ein Hoch auf Eierlikör aus Schnabeltassen. Die 6 Muttis sind die geilsten. Meine Fresse, Karneval ist geil. 4 Männer vom Swat gegen 5 Bauarbeiterinnen, 3 Piratinnen und einer Biene-Maja. An Karneval kann man sich so beschissen benehmen und man(n) ist trotzdem der Held. Ich sitze im Zug nach Koblenz und habe den größten Schritt gemacht, nämlich den ersten.
Ich bin jetzt in Mannheim, nachdem ich in Mainz auf Gleis 1 meinen Zug um 1 Minute verpasst habe, komm ich jetzt eine Stunde später in München an.
Bad Friedrichshall Jagstfeld, wo bin ich hier? Was ein Kaff! Naja in 10 Minuten geht mein Zug nach Stuttgart.
Das war definitiv mein kürzester Aufenthalt in Stuttgart, so gefühlte 10 Sekunden Sprint zum Zug. Auf nach Ulm.
Hammer, wenn ich jedes Mal, wo mir eine hübsche Frau ein Lächeln schenkt, in der Stadt bleiben würde, würde ich niemals ankommen. Ich bin jetzt in Ulm und fahre nach München.
Scheiße, was ich jetzt schon erlebt habe ist unbezahlbar. 15 voll verkleidete Germaninnen, 2 Germanen und ein 2,20 m großer Häuptling mit Keule. Voll geil. In München bleib ich auch nicht lange, sitze schon im Zug nach Freilassing, um dann von dort aus nach Salzburg zu gelangen. Endlich aus Deutschland raus. Komischerweise bin ich innerhalb von 5 Minuten zweimal von Zivilpolizisten in München gefilzt worden. Schon lustig.

Tag 8 (4.3.11)
Was ich hier erlebe, kann ich eigentlich nicht in Worte fassen. Ich bin gestern Abend in Salzburg angekommen und es war stockdunkel. Ich also ein Stadtplan gesucht und gefunden. Cool, ein Augustiner-Kloster, da gehe ich doch mal hin. Es war 23 Uhr und wie schon gesagt stockdunkel. Ich ging also Richtung Kloster und auf einmal stand ich davor, nur der Höhenunterschied von 300 Metern machte ein direktes Eintreten unmöglich. Ich also mit Sack und Pack den Wanderweg hoch und habe tierisch hyperventiliert. Oben angekommen war das Kloster ein kleines Häuschen und ich total im Arsch.
Egal, ich also meine Iso-Matte ausgebreitet und mir frische Klamotten angezogen. Die durchgeschwitzten Klamotten hätte ich nicht über die Bank legen sollen, die waren gefroren heute Morgen. Es war zwar eiskalt, doch die Aussicht über Salzburg war geil heute Morgen. Alles in allem eine gute erste Nacht. Ich gucke das ich jetzt nach Klagenfurt komme.
Es ist schon enorm, wie ein einziger Berg über einer Stadt thronen kann und ohne irgendwas zu machen, immer der Sieger im Kampf Mensch gegen Natur bleiben wird. Ich hoffe das ich einen anderen Weg nach Italien finde, als durch die Alpen durch. Er ist zwar nicht allzu hoch, vielleicht 2500 Kilometer, doch mit seiner weißen Krone, wirkt er beinahe majestätisch.
Mein Freund wo geht’s du hin vergess nicht das ich dein Erlöser bin das ich so viel gelitten hab für dich daher bleib stehen und grüße mich
Ich sitze grad am Ende des Kreuzweges, vor seinem Grab. Ein paar Pilger hab ich schon überholt, aber umsonst. Ich wär fast Richtung Berg des Garden gelaufen, das ist in Deutschland. Fuck, falsche Richtung. Aber die Aussicht ist geil. Naja, auf nach Klagenfurt.
Haha, Klagenfurt ist hinter den Alpen, da bin ich wohl noch ein wenig unterwegs.
Geil, ich hatte Hunger und hab bei so einem Haus geklingelt, um zu fragen, ob ich dort die Spaghetti von Patrick kochen darf. So eine ältere Frau hat mich auch rein gelassen und mich in die Küche gebeten. Die Nudeln hat sie dann gekocht und ich saß am Küchentisch, als auf einmal die Tür aufging. Drei mega geile Schwestern in meinem Alter kamen rein und ich war sprachlos. Der Himmel auf Erden. Daran werde ich mich jetzt jedes Mal erinnern wenn ich Nudeln esse. Okay, weiter nach Gorring, einen Schlafplatz suchen.

Tag 9 (5.3.11)
Was ein Tag, gestern hab ich ungefähr 20 Kilometer geschafft, doch heute der Wahnsinn. Ich sitze am Wörthersee, 200 Kilometer südlich von Gorring und genieße die Sonnenstrahlen, die von dem See reflektiert werden. Zuerst, habe ich heute Morgen ein Schild beschriftet, mit Villach drauf, ca. 30 Kilometer entfernt von Klagenfurt, aber da wusste ich noch nicht wie weit weg das ist. Ich stand also da am Straßenrand, mit meinem Schild und hab 3 Stunden lang nur ein Lächeln der Autofahrer bekommen. Ich wollte gerade aufhören und loslaufen, da hält ein Audi und winkt mich ran. Er nahm mich mit bis nach Bad Gastein, wo ich im Laufe der Fahrt erfuhr, der Zug direkt durch die Alpen durchfährt. Der nette Herr ist Schreiner, hat mehrere Häuser und ein paar Porsche. Ich also zu der Schleuse, nach ein bisschen warten, durfte ich auch umsonst mitfahren und stand auf der anderen Seite der Alpen. Auf der anderen Seite bin ich dann zu Fuß weiter und nach ein paar Kilometern hab ich dann mal versucht spontan mitgenommen zu werden. Ich wollte eigentlich nur ins nächste Dorf und dann hielt jemand an. Er ist Hotelbesitzer in Bad Gastein, wohnt am Wörthersee und nimmt mich mit. Cool. Und nun sitze ich hier und mach mich morgen auf den Weg nach Italien. Er sagte, das der Fußweg ungefähr 4 Stunden ist und ich dann in Italien stehe.
Was für ein Abend, ich bin zum Bahnhof in Velden gelaufen um da zu schlafen. Da waren aber ein paar jugendlich, ich also wieder zurück. Kurz nachgedacht, ach scheiß egal, dacht ich mir. Ich also wieder in die Bahnhofshalle. Hey, willst du was trinken, wurde ich gefragt und daraufhin hab ich dann den Korn vom Teichler mit den Jungens geteilt. Ich bin noch nie aus einem Abend Sturz betrunken rausgegangen und hab noch 10 Euro geschenkt bekommen. Seit langem der beste Abend und definitiv das beste Karneval. Egal wo mich mein Weg hinbringt, es wird immer gut. Ich sitz grad in Villach am Hauptbahnhof und liebe mein Leben.
Tag 10 (6.3.11)
Cool, ich bin heute Morgen in Villach am Bahnhof wach geworden, hatte üble Kopfschmerzen (Düsseldorf ist ein Witz gegen Villach), hab den Zug verpasst, meine Beine taten weh und ich hatte gute Laune. Warum? Der Abend war der Hammer. Ich sitze grad am Rastplatz kurz vor der italienischen Grenze und wird gleich wieder versuchen weiter zu kommen. Diesmal hat mich eine 25 jährige PR-Leiterin eines Nachtclubs mitgenommen. Geil! Naja dann mal bis später.
Wahnsinn! Nach ein paar misslungenen Versuchen mitgenommen zu werden, bin ich jetzt in Verona, 350 Kilometer in Italien rein und habe sogar einen warmen Schlafplatz in einem Hostel mit Schlafplatz. Wie das kommt? Am Rastplatz haben mich „Robert de Niro“ und Tino mitgenommen bis Udine und von da aus bin ich dann mit Tino weiter nach Verona gefahren. Er brachte mich dann zum Hostel, wo ich nach langem hin und her ein Bett bekommen hab, Dafür das ich hier schlafen darf, hab ich gerade ein paar Laken zusammengelegt und sitze gerade vor dem offenem Kamin und genieße die Wärme. Geduscht hab ich auch schon und gleich geh ich schlafen. Das Leben ist so wundervoll. Nach jeder kleinen angeblichen Niederlage, geht es so steil nach oben, das ist schon fast unglaublich. Ein wenig braun bin ich auch schon geworden. Ich sag dann mal gute Nacht.

Tag 11 (7.3.11)
Bonjorno Italy, wie geil, ich hab so gut geschlafen und gucke jetzt mal ob ich Frühstück bekomme. Das Frühstück war nicht das letzte was gut war heute.
Ich kann ernsthaft nicht in Worte fassen wie geil alles gelaufen ist. Zuerst bin ich ein paar Kilometer zur Autobahn gelaufen. Von da aus bin zu einer Maut-Stelle mitgenommen worden die Richtung Modena führt, wo ich dann Ester und Florian getroffen habe, die in Stuttgart und Frankfurt wohnen. Die beiden trampen auch und sind auf dem Weg Richtung Toskana zum wandern. Aber das Beste ist, die beiden waren in demselben Hostel wie ich letzte Nacht. Wir also zusammen nach Modena per Autostopp. Von da aus haben wir dann ein Auto gesucht, welches uns mait nach Prato nehmen kann. Dann sind wir mit einem Italiener mit einem Van mitgenommen worden, der nur ein deutsches Nummernschild hat, damit die Knöllchen die er vom Blitzen bekommt, nicht zugestellt werden. Der ist zur Westküste unterwegs und hat die beiden in Prato raus gelassen. Ich wollte eigentlich an die Westküste, aber Meer ist mehr. Kurz vor dem Ziel erzählte er mir von einer Quelle mitten im Wald und ließ mich dann dort raus. Dann bin ich 5 Kilometer zu der 40 Grad heißen Terme gelaufen und war erst mal 2 Stunden mitten in der Natur bei 40 Grad baden. Als ich mich gerade auf den Weg machen wollte, hab ich dann ein italienisches Pärchen kennengelernt, in dessen Trailer ich jetzt sitze und bin mit denen mitgefahren. Die bauen gerade ihr Haus, sind fast fertig und schlafen bei Freunden. Die haben mir angeboten so lange zu bleiben wie ich möchte. Ich helfe denen beim Hausbau und kriege dafür was zu Essen und einen Schlafplatz. Ich hab mir gerade Nudeln gemacht, mit einer selbstgemachten Pasta seiner Mutter und leg mich jetzt ins Bett. Gute Nacht. Achja, die bringen mir morgen Früh frisch gemolkene Milch mit.



Tag 12 (8.3.11)
Joah, war ein cooler Tag heute. Hab den beiden geholfen am Haus zu arbeiten. Es ist einfach unbeschreiblich schön hier! Das Haus ist klein aber gemütlich. Ich hab heute angefangen den Graben für das Abwasser und so frei zu heben. Ich hatte 3 Mahlzeitenheute und konnte das erste mal Sonne für meine Plauze tanken. Oberkörper frei zu arbeiten ist sowieso das Beste. Ich wird den beiden, wenn wir mit dem Haus fertig sind, den Feuerplatz bauen. Eine Skizze hab ich auch schon gemacht, sie gefällt den beiden und ich kann es kaum erwarten damit anzufangen.

Tag 13 (9.3.11)
Ich hab den Graben für das Abwasser fertig und wir waren heute in Follonica, eine etwas größere Stadt an der Küste. Francesca war beim Arzt, wegen ihrer Schwangerschaft und Cosimo und ich haben einige Sachen für das Haus besorgt.

Tag 14 (10.3.11)
Der Tag war der Hammer, ich hab zwar nicht so viel gearbeitet, doch ich bin total im Arsch. Ich hab heute so viele neue Leute kennengelernt und hab mit italienischen Hippies Shit geraucht. Wolfgang, ein deutscher hier im Dorf hat mir ein Arbeitsplatz für morgen angeboten. 10 Euro die Stunde, ich bin mal gespannt.

Tag 15 (11.3.11)
Francesca kocht gerade, Kürbis mit Reis und Milch. Ich habe heute 12 Stunden auf einer Weinplantage gearbeitet und Setzlinge eingepflanzt. Es war hart, aber gibt abzüglich einer Stunde Pause 120 Euro. Ich bin so müde, ich fall nach dem Essen sofort ins Bett.

Tag 16 (12.3.11)
Ciao, ich hab heute Morgen angefangen die Feuerstelle zu bauen und bin schon recht weit. Den beiden gefällt es und ich hoffe ich bin fertig bevor sie die Einweihungsfeier für das Haus machen. Nach der Party werde ich wahrscheinlich weiterziehen und mich Richtung Süden begeben. Cosimo hat mir heute viel von der Mafia erzählt und es ist unglaublich wie mächtig die ist. Ich habe das erste Mal Tofu gegessen und beim Essen erfahren, dass die beiden eine Menge Freunde in Spanien haben, wo ich schlafen könnte. Ich denke das ich nachdem ich aus dem Süden wiederkomme, hier halte für einige Tage und dann Richtung Westen an die Küste Spaniens gelange, wo ich dann wie Cosimo sagt, vielleicht ein Schiff Richtung Süd-Amerika nehmen kann. Naja, erst einmal geh ich schlafen. Sogni Doro.


Tag 17 (13.3.11)
Wir haben heute Sontag und ich bin so müde, obwohl ich nichts gemacht habe. Es regnet schon den ganzen Tag. Muss auch mal sein, ein bisschen Heimat.

Tag 18 (14.3.11)
Es regnet immer noch. Wir waren heute bei Gudrun, der Frau von Wolfgang. Sehr lustig, wie versuchte irgendwas auf Italienisch zu Cosimo zu sagen, aber ihr fehlten die Worte. Dann fragte ich sie auf Deutsch, was sie denn sagen wolle und ab da an wusste sie das ich auch deutscher bin. Sie hat genau wie Wolfgang in Wuppertal studiert und wir haben bei einigen Gläsern Wein über alles Mögliche gesprochen. Sie lud uns für Mittwoch zum Essen ein und schenkte mir noch eine Schachtel Zigaretten. Ich sitze grad bei Greta auf der Couch und genieße das Feuer vorm Kamin.

Tag 19 (15.3.11)
Ich sitze im Zug. Heute Morgen waren Francesca, Cosimo und ich in Massa Maritima, ich habe einige Postkarten für meine Leute gekauft, ein bisschen was zu Essen für die Reise gekauft und nun bin ich auf dem Weg von Follonica nach Rom, in ein Squad, welches mir die beiden empfohlen haben. Ich hoffe das ist der richtige Zug. In Follonica hab ich ein Mädel nach einem Supermarkt gefragt und auf einmal saß ich mit ihr, Gaja, und zwei weiteren weiblichen Punks im Auto auf dem Weg zum Supermarkt. Ich bin so unterfordert, das selbst die 3 sehr attraktiv aussahen. Naja, mal schaun was Rom so zu bieten hat.
„Ich sitze auf einer Couch in einem Squad, ein autonomes Zentrum im großen Stil und blicke in eine außergewöhnliche aber ein wenig einzigartige Runde. Eine sehr autonome und zusammengewürfelte Wohnungseinrichtung schmückt diese schönen Räume. Jeder von denen würde im AZ in Wuppertal Stammgast sein. Und auf einmal geht die Tür auf und die absolute Schönheit betritt aus dem Regen und Donner den Raum und schüttelte ihr nasses Haar. Als sie dann noch einen Tennisball großen Haschklumpen auf den Tisch und in die Stille knallen ließ, war alles vorbei. Sie stellte sich noch kurz vor, Laura, und fing an. Die erste Pfeife geht rum. Puuuh! Jetzt hab ich Tripper. Auf einmal. Ich verstehe kein italienisch, aber dieses Bild spricht einfach für sich. 3 wunderhübsche Mädels bauen gleichzeitig im Dreieck 3 gut gefüllte Tüten. Ich sage noch kurz in die Runde: An evening like this is in my hometown in Germany the biggest party of life, every person will remember one year after. I can’t understand anything but it’s so much better. I love it. Und dann geht die Reise los. Licht aus. Licht an. Film ab. Wir schreiben das Jahr 1998. Es ist Winter und 3 unwissende, das sie viel zu früh dran sind, um Erdbeeren zu pflückende Italiener, gehen mit 1 Schlafsack und 2 Blankets von Berlin nach Dänemark. Sie halten einen netten, freundlich aussehenden, Mercedes fahrenden, Sonnenbrille tragenden, glatzköpfigen Thüringer an. Der wirkt auch sehr nett, doch er lässt sie dann an einem Ort raus, wo 10 Kilometer weit und breit absolut nichts ist und wo nicht einmal ein Wildschwein im sitzen pinkelt. Die drei Italiener, mit Stolz geprellter Brust, von dem ganzen Gepäck den Rücken kaputt, in der Hoffnung in Dänemark mit Erdbeeren pflücken den goldenen Gral zu finden, gingen los. Nach schon 3 Stunden hielt ein Krankenwagen und erklärte den drei ureingeschweißten nur italienisch sprechenden Italienern auf Dänisch, das er sie nur mitnehmen könne, wenn es ein Notfall ist. Alle drei Italiener dachten dasselbe. Ein Spielautomat erscheint. Auf den drei rollenden Scheiben stehen . so Sachen wie Beton an den Füßen, lebendig begraben und ein Fallbeil. Sie waren vorher in Frankreich. Und alle drei Embleme kamen nicht einmal nach dreimal drücken des Buzzors dran. Im 3er Bild stand nur: In drei Minuten kommt die Polizei und ich bin weg. Ja zeigen sie mal die Ausweise, sagte der Polizist zu den drei ureingeschweißten nur italienisch sprechenden Italienern auf Dänisch. Nachdem die Formalitäten geklärt waren stieg der Polizist wieder in sein Auto und fragte noch: Warum seid ihr eigentlich hier? Die drei ureingeschweißten nur italienisch sprechenden Italienern auf Dänisch. We want work. We want work. Schreien die drei Italiener wie eine Horde Weightwatchers-Hauptberufler vor dem Haus deiner Mutter. Ah wenn das so ist, dann steigt ein, ich fahr euch. Als sie angekommen waren, sagte ihnen ein kleiner Junge das sie 3 Monate zu früh dran seien um Erdbeeren zu pflücken auf Dänisch zu den drei ureingeschweißten nur italienisch sprechenden Italienern. Diese 3 kehrten um und… Film aus, Licht an. Ne, Licht aus. Teil 2 rein und Film ab. Wir schreiben das Jahr 2011. Es ist wieder Winter und wieder drei unwissende, das sie zu früh dran sind um Erdbeeren zu pflückende Italiener gehen wieder mit einem Schlafsack und 2 Blankets von Berlin nach Dänemark. Sie halten einen netten, freundlich aussehenden, glatzköpfigen, Sonnenbrille tragenden, Mercedes fahrenden Thüringer an. Der wirkt auch sehr nett, doch er lässt sie dann auch an einem Ort… Bla, bla, bla. Den Teil kennen wir ja. Als sie angekommen waren sagte ihnen wieder ein kleiner Junge das sie 3 Monate zu früh dran seien um Erdbeeren zu pflücken, auf Dänisch zu den zwei ureingeschweißten nur italienisch sprechenden Italienern. Einer ist erfroren. Diese entschieden sich dann diese 3 Monate zu warten, da sie zwar von ihren Vätern von den drei Monaten was gehört hatten, welche auch die verbleibenden Amtsmonate von Berlusconi sein könnten, aber nichts von dem Erfolg. Wie gesagt, es ist Winter, in Dänemark und die 2 Italiener haben 2 Blankets. Ja, sie haben den einen Italiener mit dem Schlafsack begraben, das sind doch keine Unmenschen, zwar ziemlich klein, aber keine Unmenschen. Eine Nacht und es war klar, das die beiden Italiener es auf jeden Fall nicht zu zweit auf den Olymp schaffen würden. Als ein Italiener mit zwei Blankets, er kommt aus dem Norden, aufwacht und den anderen Italiener zitternd vorfindet und ihn nur noch zitternd auf Dänisch sagen hört: Nie wieder! Nie wieder! Film Ende. Licht aus, ne An. Ich stehe auf und geh mein Tagebuch holen. Renn die Treppe wieder runter, rutsch aus und bamm. Ich sitze in demselben Wohnzimmer, mit denselben Leuten in China. Ich rufe: Sogni Doro, auf Chinesisch und freue mich das es keiner gehört hat, oder doch? Der Raum ist leer. Nur der Mann auf der Couch gegenüber. Er sagt: Our place is only a cross on your map. Bamm, wieder, nur das ich diesmal auf einer Pritsche in einem italienischen Vorort von Rom liege, doch sterben und es aufschreiben tue ich trotzdem. Und was lernen wir aus dieser Geschicht, lern Italienisch denn sterben lohnt sich nicht.
Diesmal hab ich nicht übertrieben, wirklich nicht, so wahr ich hier lüge. Schluss jetzt, Licht aus.

Tag 20 (16.3.11)
Was für ein Abend! Ich hab bis 12 Uhr geschlafen und bin grade auf dem Weg zum Squad. Ich hab mir ein wenig Rom angeschaut, bin aber ein wenig enttäuscht. Schöne alte Gebäude, aber viel zu voll die Stadt, dann noch der Regen und lauter Zivilcops in neuen Masaratis und 7er BMWs. Ich bin froh wenn ich gleich wieder auf der Couch sitze, ich bin hundemüde. So viele Inder mit Regenschirmen, ich fühl mich wie auf einem Punjabi-Basar.
Jeder Zug ist voll mit Whole-Cars und Graffitis, voll geil. Das würde Kevin gefallen.
Und ich liege wieder dicht im Bett.
„Jeder kennt dieses Dorf, dieses Gallische, aus den Asterix-Filmen, wo keiner wirklich arbeitet, alle was zu essen haben, wo den ganzen Tag gesungen wird, keiner irgendwas zahlt und jeder dieses besondere Zeug nimmt. Dieses Dorf gibt es wirklich. In Ostia, ein kleiner Vorort in Rom, schon seit 11 Jahren. Diese Ansammlung von ehemals leer stehenden Häusern ist eingezäunt und hat nur ein Tor. Vor dem Zaun stehen leere, sprich ausgeschlachtete und abgebrannte Autowracks. Drinnen bellen vor dem Zaun sechs Hunde ohne Pause. Den Strom beziehen die Dorfbewohner von den Straßenlaternen, somit haben sie zwar nur Strom wenn die Laternen angehen, dafür ist dieser umsonst, da keiner von diesen illegalen Strombeschaffung weiß. Falls sich doch mal ein Römer zu diesem Dorf verirrt, wird er mit Kerzen geschickt hinters Licht geführt. Doch bist du auch Feind der Regierung, oder tust wenigstens so, bist du ein Freund des Dorfes. Trete ein und genieße den Ort. Der Typ, der den ganzen Tag Musik macht die keiner mag, spielt zwar keine Harfe sondern eher eine Mischung aus Gitarre, Keyboard und Schlagzeug, ist aber trotzdem genauso Nerv tötend. Es gibt noch mehr gute Vergleiche. Mirakolix sieht zwar eher aus wie der Weihnachtsmann im Urlaub, lässt aber trotzdem was Komisches über offenem Feuer kochen. Obelix hat zwar im Dorf die ähnliche Statur, ist aber eher als kleines Kind in einen Haar-, anstatt Zaubertrank-Topf gefallen. Wobei wir auch bei dem Zaubertrank wären. Das mit dem Zaubertrank wird hier ein wenig öfter praktiziert und eher weniger wenn die Römer kommen, ist aber auch in diesem Beispiel Hasch. Aber die Menge stimmt, so einen Kessel für das ganze Dorf. Es gibt im Dorf außerdem noch Gänse, eine per Handfahrrad angetriebene Pferderennbahn, einen ausgefallenen Kleider-, Musik-, Essens- und Humor-Geschmack, und mehr Männer als Frauen. Was soll ich also sagen, der perfekte Ausflugsort für wunderhübsche und leicht zu beeindruckende junge Frauen, am besten in den nächsten drei Tagen, ich bin chronisch unterfordert.

Tag 21 (17.3.11)
Cooler Tag heute, ich glaube es ist Donnerstag. Ich war heute in einem Workshop für T-Shirts bedrucken. Ich hab zwar nichts verstanden, aber es war tierisch interessant und ich weiß jetzt wie man T-Shirts bedruckt. Danach gab es eine riesen Party mit Nudeln, Bier, Musik und etlichen Tüten. Da bin ich wieder kreativ geworden:
An einem Ort wo Drogen normal sind kann man nicht lange glücklich bleiben,
ich möchte zwar gehen, doch das hab ich nicht zu entscheiden,
als ich hier angekommen bin wollte ich nur eine Nacht hier verweilen,
es waren schon drei als ich begann dies zu schreiben.
Es ist ein Ort abgeschottet von der Außenwelt
Mit hohen Zäunen welche die restliche Welt draußen hält.

Und somit, sogni doro.

Tag 22 (18.3.11)
Ein weiterer Tag im Squad ist vorbei und es hat sich nicht viel verändert. Ich hab endlich gelernt wie dieses Kartenspiel funktioniert, aber sonst ist nichts Weltbewegendes passiert.

Tag 23 (19.3.11)
Ich glaub ich zieh bald los, es wird langsam langweilig hier. Vielleicht kann ich später noch eine Runde Schlagzeug spielen.
Von wegen langweilig. Ich war mit den anderen aus dem Squad auf einer Weinprobe in einem alten Schloss/Gefängnis. Wenn ich alt sage, meine ich eine richtig alte Burg aus der Römerzeit. 5 Euro Eintritt, so viel Wein wie man vertragen kann und geile Musik. Eine Mischung aus Ska, Metal und Punk nur mit einem Bass und einem Schlagzeug. Echt fett! Ich bin total im Arsch. Man kennt das doch, wenn man an einem Ort ist, wo richtig viele Menschen sind, man hört 1000 Stimmen und dazu 1000 Geschichten. Jetzt stell dir das mal auf Italienisch vor, du verstehst kein Wort, aber hörst es trotzdem. Ich bin so fertig, ich denke mir zu jeder Geräuschquelle eine eigene Geschichte aus, synchronisiere sie auf Deutsch und übertöne somit die anderen. Somit habe ich also 1000 fiktive Stimmen mit 1000 fiktiven Geschichten und alles gleichzeitig und auf Deutsch. Ich bin ein Genie.

Tag 24 (20.3.11)
Ich bin auf dem Weg nach Pisa. Es wurde mir einfach zu langweilig hier. Ich denke ich mach einen kleinen Stopp in Taize. Und danach ab nach Spanien an die Küste.
Ich liege in einem Bett, in einem Hostel. 10 Euro die Nacht und ich hab ein australisches Pärchen auf dem Zimmer.

Tag 25 (21.3.11)
Ich sitze im Schatten des schiefen Turms in Pisa. Meine Fresse ist der klein. Ich hab mir den größer vorgestellt. Aber dafür sind die Museen ganz cool.

Tag 26 (22.3.11)
Meine Fresse, ich hab so viel Wein getrunken gestern Abend. Ich hab Dortmunder Sportstudenten kennengelernt mit denen ich die Nacht durchgemacht habe. Mega geil. Ich durfte mir von einer Finnin anhören, das sie ihren Freund betrogen hat, was ich irgendwie verstehen konnte. Dann als ich alle verabschiedet habe, weil sie das Hostel verlassen haben, um den Flieger zu erwischen, stand ich alleine mit diesem Mädchen im Kleid da und sie fragte: Was machen wir jetzt? Ich hab es gedacht und sie hat es ausgesprochen. Sie heißt Hanna, ist 18 Jahre alt und kommt aus Hamburg und ist ziemlich taff für ihr Alter. Ich bin heute mit ihr 25 Kilometer spazieren gewesen, nachdem wir in der Sonne gefrühstückt haben, neben dem schiefen Turm, nur weil sie ins Grüne wollte. Nachdem wir aber schon Stunden gelaufen waren und keine Brücke über diesen verfluchten Fluss gefunden haben, kehrten wir um. Sie kommt mit nach Spanien, über Zürich, wo ihre Schwester wohnt, Taize, wo ich eh hin wollte, nach Spanien, geil.

Tag 27 (23.3.11)
Wir haben eine halbe Stunde am Straßenrand gestanden, bis uns jemand mitgenommen hat, bis nach Firenze. Wir hatten Spaghetti zum Frühstück, Wurst mit Nutella und Kuchen zum Abendessen, heute Mittag 2 Orangen und ich hab für 14 Euro bis Sontag einen Schlafplatz in einem Hostel. Dieses kleine blonde Mädchen bringt irgendwie Glück, ich mag sie.

Tag 28 (24.3.11)
Unglaublich, wir sind tierisch gelatscht für eine mega Aussicht, waren im Arno schwimmen, haben Nudeln und Kuchen gegessen und der Idiot im Hostel wollte nochmal 14 Euro haben. Der Wichser. Alles in allem ein guter Tag.

Tag 29 (25.3.11)
Woah, geht es noch besser? Nein! Ein typischer Dialog zwischen Hanna und mir. Wir haben den ganzen Tag am Wasser gechillt, ich war wieder im Arno schwimmen, hab mich in der Sonne trocknen lassen, wir haben einen riesen Keks gefressen und 3 Kilo Orangen vernichtet. Ich hab ihre Mutter bei Skype kennengelernt und schlafe jetzt draußen. Zum Glück kann ich meinen Rucksack bei Hanna im Hostel lassen. Ich freu mich auf Sontag, da geht’s weiter.
Ich sitze gerade an dem Platz mit den ganzen Staturen und höre, wie 100te andere auch, einem Mann mit einer Gitarre zu. Ein cooler Abschluss für diesen, einfach nur wundervollen Tag. Hanna ist eine wirklich bemerkenswerte junge Frau, ich mag sie wirklich.

Tag 30 (26.3.11)
Heute ist Samstag, ich hab tierisch gefroren, aber der Tag war cool. Wir haben heute Abend auf dem Aussichtspunkt über die Stadt geguckt. Echt geil, auf der Brücke über dem Arno war ein Straßenmusiker und ich schlafe jetzt mit Schlafsack am Arno. Gute Nacht.

Tag 31 (27.3.11)
Was ein Tag. Erstmal durfte ich eine Stunde vor Dany´s Hostel rumstehen, weil Hanna ihre Uhr nicht von Winter auf Sommerzeit umgestellt hat. Wir waren um 8.30 Uhr verabredet und sie kam dann um 9.30 Uhr runter. Wir sind zur Autobahn gelaufen und haben uns da irgendwo hingesetzt, weil wir die Auffahrt nach Prato nicht gefunden haben und eigentlich nur frühstücken wollten. Wir saßen wirklich nur 10 Sekunden, als schon ein Auto anhielt und uns mit nach Prato nahm. In Prato merkten wir, um nach Bologna zu kommen, müssten wir wieder Richtung Firenze. Als wir aber nach Stunden nicht mitgenommen wurden, liefen wir los. Wir haben einfach nur ein Platz gesucht, wo wir unser Zelt aufschlagen konnten. Nach ca. 2 Stunden hielt ein Auto, ohne das wir es drauf angelegt haben, sagte uns, das wir in die falsche Richtung laufen und nahm uns mit. In Celle, bei einem Cappuccino (wohl der beste den wir beide jemals getrunken haben) und einer Pizza erklärte uns dann das Pärchen, das sie in Prato wohnen und uns eigentlich nur so aus Freundlichkeit 10 Kilometer gefahren haben und uns eingeladen haben. Wir feiern sie! Wir liegen gerade in unserem Zelt, es regnet rein, wohl weil wir 2 Stangen vergessen haben, und genießen trotzdem unser Leben.

Tag 32 (28.3.11)
Geht es noch besser? Wir liegen im Zelt (richtig aufgebaut), gucken „Fluch der Karibik“ auf ihrem Laptop, haben 10 Euro und 40 Zigaretten geschenkt bekommen, befinden uns in irgendeinem Stadtpark in Mailand, sind 20 Kilometer gelaufen und 300 Kilometer mitgenommen worden. Zuerst sind wir kilometerweit durch die Berge nach Bologna gelaufen und haben mitten im Berg eine Kuchen-Pause gemacht. Plötzlich hält ein Auto aus der Richtung wo wir hin wollen und fragt uns ob es uns mitnehmen könne. Geil, ein 4-Sitzer, 2 Frauen, 1 Mann, Hanna + Backpack und ich mit meinem. Völlig eingequetscht haben die uns dann 5 Kilometer mitgenommen und uns noch 10 Euro zugesteckt. Davon haben wir dann nach einigen Kilometern 1 Schachtel Zigaretten und 700 Gramm Kekse gekauft. Die Orange die wir eigentlich bezahlen wollten, haben wir geschenkt bekommen und hatten immer noch 5 Euro über. Es ging auf den Abend zu und wir beschlossen nach dem nächsten Dorf ein Platz zum schlafen zu finden, damit wir unser Zelt im hellen aufbauen. Plötzlich hält ein Auto an und fragt ob er uns mitnehmen könne. Achja, ich hab ja ganz das Schild an meinem Rucksack vergessen, wo drauf steht: Bologna. Waoh, der nette Koreaner wohnt in Mailand. Nochmal, geht es noch besser? Nein! Er studiert Design, sieht aus wie Anfang 20, ist 36 Jahre alt und nimmt uns mit bis nach Mailand. Nach einem ausgegebenem Espresso an einem Rastplatz geht es weiter nach Mailand. Irgendwann auf den 300 Kilometern drückt er mir zwei Schachten Zigaretten in die Hand. Das sind Koreanische, die musst du ausprobieren, sagte er und ließ uns mitten in Mailand an einer 50 qm großen Grünfläche neben einer Hauptstraße raus. Hier könnt ihr Zelten, sagte er und fuhr lächelnd davon. Wir haben noch nicht mal gedacht, das wir nach Bologna kommen, und jetzt stehen wir in Milano, deswegen wollten wir nicht meckern. Wir saßen gerade auf der Bank rum, um alles sacken zu lassen, da kam er zurück zu uns. Ihr habt euren Schirm vergessen. Wir fragten ihn nach einem größerem Park und er nahm uns mit in seine Wohnung, wo wir bei google suchen konnten. Wir haben einen gefunden, und er fuhr uns hin. Nebenan eine Pferderennbahn und sonst nichts. Riesen Groß und wir hatten jede Menge Zeit das Zelt aufzubauen. Diesmal sogar richtig. Ich erinnere mich an heute Morgen. Es hat geregnet, das Zelt stand schiefer als der Turm in Pisa und welcher Idiot stellt seinen Hahn auf 4 Uhr? Polizisten hielten uns an und animierten uns zum Schwarzfahren. Wir könnten ja zahlen, wenn wir wieder in Deutschland wären. Ehm, NEIN! Jetzt, wir haben ein ganzes Zelt, auf einer trockenen Wiese, Kekse, Zigaretten und gucken einen Film. Wir feiern einfach unser Leben.



Tag 33 (29.3.11)
Was eine Aussicht, ich öffne unsere Gartentür im Schlafzimmer und blicke auf eine Pferderennbahn unter einem blauem Himmel. Es ist 9 Uhr und die ersten Jogger laufen durch den Park. Wir trocknen unsere Klamotten über einer Leine, die wir zwischen den wenigen Parkbäumen gespannt haben, liegen auf einer Decke, essen Kekse, hören „Fettes Brot-Soll das alles sein“ und schreiben beide Tagebuch. Das Leben ist einfach wundervoll. Wir haben 5 Minuten zum Zelt aufbauen gebraucht. Sie geht einkaufen und ich falte die Wäsche.

Tag 34 (30.3.11)
So, auf Richtung Schweiz. Juhu, wir sind bis nach Chiasso gekommen. Ein LKW-Fahrer hat uns mitgenommen und uns an der Grenze rausgelassen. Wir standen also da, zwischen den ganzen Lastern und haben einen Bürgersteig gesucht. Da hinter hinter dem Zaun ist eine Snack-Bar. Wir also da hin. Und plötzlich standen wir in der Schweiz, ohne Passkontrolle und es zu wissen. Dann sind wir noch einen Sportwanderweg hoch gelaufen und haben dann da unser Zelt aufgeschlagen. Die Schweiz ist so verflucht sauber.

Tag 35 (31.3.11)
Wir standen 3 Stunden in Chiasso an der Straße, haben Party gemacht und gewartet bis uns jemand mitnimmt. Arschlecken. Wir sind bis zur nächsten Raststätte gelaufen, saßen gerade mal 2 Minuten und wurden von einem Deutschen Pärchen mitgenommen. Wahnsinn. In Bellinzona an der Raststätte ließen sie uns raus und ich konnte noch eine leere Zigarettenschachtel, die von dem Koreaner, gegen 4 Zigaretten tauschen. Dort saßen wir dann eine gute Stunde oder so und dann nahm uns ein LKW-Fahrer mit nach Zürich. Jetzt liege ich bei Hanna´s Schwester im Haus und bin völlig beeindruckt.

Tag 36 (1.4.11)
April, April. Fettes Frühstück, eine Dusche, Wäsche gewaschen, einen Kuchen gebacken, Lassagne gegessen, Bierchen getrunken, Film geschaut und eine Runde gekuschelt. Mir fehlt Laura und ich kann es kaum erwarten sie im Sommer wieder zu sehen. Ich schreibe viel zu selten von ihr, doch wenn ich jedes mal von ihr schreiben würde, wenn ich an sie denke, wäre mein Tagebuch schneller voll, als eine 15-jährige auf dem Oktoberfest. Was ein Tag.

Tag 37 (2.4.11)
Ich bin mit Pfannekuchen und Kaffee geweckt worden, war in Zürich, bei strahlendem Wetter einen Milchshake trinken, hab zum ersten mal Enthaarungscreme ausprobiert, war im Anschluss baden und heute Abend wird gegrillt. Geht es noch besser?

Tag 38 (3.4.11)
Heute ist Sontag und wir haben nicht viel gemacht.

Tag 39 (4.4.11)
Ich war heute in der "Zurich International School", der absolute Wahnsinn, es ist zwar nur die Grundschule gewesen, doch die hatten White-Boards und ettlichen High-Tech-Schnickschnack. Naja, Jamie Andrew, ein Mann ohne Hände und Füße erzählte von seiner Gipfelerroberung und seinem Unfall wo er seine Gliedmaßen verlor. Sehr interessant!

Tag 40 (5.4.11)
Wir haben heute wieder gegrillt und wie jeden Tag das ganze Haus ausgenutzt. Ich war baden und hab den ganzen Tag gegessen. Juhu, 87 Kilo, soviel hab ich das letzte Mal in der 8ten Klasse gewogen.

Tag 41 (6.4.11)
-Pizza mit Mayo zum Frühstück
-Fahrradtour nach Wädenswil Abends
-Film am Abend im Bett

Tag 42 (7.4.11)
-Alle Klamotten für Abreise geregelt
-The little Mermaid von Antonia und Hellena
-mit Bier und Wein mitten auf der Wiese Sterne gucken

Tag 43 (8.4.11)
-Musik auf den I-pod gepackt
-Abschiedsgedicht geschrieben (5 Minuten)
-und los
Meine Fresse, wir liegen im Zelt. Auf dem höchsten Berg in Zürich. Haben eine
geile Aussicht und einen mega Weg hinter uns. Wir sind heute Morgen bei Hanna´s Schwester
gestartet und sind Richtung Autobahn gelaufen. Bis zur Autobahn hat uns eine Frau
mitgenommen, ohne das wir es drauf angelegt habn. Geil. An der Autobahn standen wir
höchstens 10 Minuten. Dann wieß uns eine Frau auf einem Fahrrad darauf hin, das da ein Auto
gehalten hat. Der Typ in dem Auto fragte mich, ob ich drehen könne, und so gab es nen
Tütchen für Ufte. Er ließ uns dann in Zürich an einem Rastplatzraus und da saßen wir nun, 2
oder 3 Stunden bis wir uns entschlossen los zu laufen. Auf dem Weg nach Zürich sahen wir
Peters Schule und haben einen Fluss überquert. Dann kam da ein Berg und wir wollten oben auf
dem Berg unser Zelt aufschlagen. Also, rauf da. Leichter gesagt als getan. Der Weg war eine
Art Sportwanderweg mit 60% Steigung mitten in den Wald hinein. 2 Stunden, etliche Pausen und
Schweißtreibende Stufen später, kamen wir endlich oben an. Tada, ein 4-Sterne-Hotel. Wir
darein und fragten ob die ein Stück Wiese für uns hätten, auf dem wir unser Zelt aufschlagen
könnten. Nachdem wir dem Mann an der Rezeption erklärten, das wir kein Geld haben, worauf er
nur erwiederte, wir könnten auch mit Karte zahlen, und im Zelt schlafen wollen, zeigte er
uns ein Stück Wiese, kurz vorm Abhang mit grandioser AUssicht über Zürich. Dann erklärte er
uns noch von dem Sonnenaufgang, den wir unbedingt sehen müssen und das er uns vor 7 einen
Kaffee umsonst geben könne. Also stellten wir unseren Wecker auf 6 und legten uns hin. Gute
Nacht.

Tag 44 (9.4.11)
Was eine Aussicht. Wir sind um 6 aufgestanden, haben einen Kaffee bekommen, der Mann von der
Rezeption hat uns die Aussichtsplattform aufgeschlossen und wir haben uns den Sonnenaufgang
über Zürich angesehen. Als wir wieder runter von der Plattform sind haben wir kurz die
Tassen weggebracht und es uns auf einer Bank gemütlich gemacht. Nach einer Weile, wo ich an
meinem Wanderstab geschnitzt habe, kam ein Pärchen, was sich gerade das JA-Wort gegeben hat
und schenkte uns eine halbe Flasche Chmpagner. Da saßen wir also, 8 Uhr Morgens, 1/2 Flasche
Champus und als dann eine Frau noch eine Brezel spendierte, die Hanna ganz alleine
vernichtete wie die Flasche, war unsere Laune auf dem Höhepunkt. Nach einer Weile machten
wir uns auf den Weg Richtung Tal und setzten uns an einen Bach hin und wir beide schnitzten
an unseren Wanderstöcken. So gegen 5 Uhr machten wir uns auf den Weg Richtung Westen.
Nachdem ein Typ darauf bestand uns zur Autobahn zu fahren, nahm uns ein Franzose mit. Dieser
fragte mich auch ob ich drehen könne und ich tats. Nach einer lustigen Autofahrt ließ dieser
uns an einer Raststätte kurz vor Bern raus. Wir saßen keine 5 Minuten und schon hielt ein
Schweizer. Ehemaliger Hanf-Bauer der seine Freundin in Frankreich besucht. Jackpot. Er ließ
uns an der Autobahnauffahrt irgendwo in Frankreich raus, schenkte uns eine Frankreich-Karte
und erklärte uns allerhand über die Schweiz. Wir suchten einen Schlafplatz, bauten unser
Zelt auf und gingen zu Bett.

Tag 45 (10.4.11)
Guten Morgen Hanna, guten Morgen Marcel, guten Morgen Esel. What? Da stand ein Esel vor dem
Zelt. Wir waren also in Frankreich. Nachdem wir ein paar Stunden gelaufen waren, machten wir
eine Pause und schliefen neben der Straße. Es ging auf den Abend u und wir legten noch
einige Kilometer zurück, bevor wir kurz vor einem Waldstück unser Zelt aufschlugen. Wir
schauten noch einen Film und schliefen ein.

Tag 46 (11.4.11)
Es war 12.25 Uhr als wir aufwachten und losliefen. Wir mussten am Anfang durch einen Wald,
60% Steigung runter, über einen Bach, 60% Steigung hoch und wieder 60% Steigung runter. Wir
haben uns gefühlt wie Lemminge. In der nächsten Stadt waren wir ein wenig zu Essen kaufen,
haben einen anderen, sehr alten Backpacker gesehen und liefen weiter. Wir schlugen wieder
unser Zelt auf und gingen schlafen.

Tag 47 (12.4.11)
Wir sind endlich/schon in Taize, juhu! Was ein Tag. Zuerst hat uns eine Frau mitgenommen,
die uns dann in Bourg en Bresse rausgelassen hat. Dort haben wir uns die Kirche angesehen
und sind weiter. Boah ging Hanna mir auf den Sack. Naja, egal. Als auf einmal ein Auto
gehalten hat war das auch wieder verflogen. Dieser ließ uns dann in Macon raus, direkt an
der Autobahnauffahrt nach Cluny. Ungefähr 5 Minuten später hielt ein Auto. Der Mann war
Besitzer von 3 Autohäusern und in dem Auto roch es so sauber, das ich den Glauben an eine
Zigarette fast verloren hatte, bis er mir eine anbot, mein Tag war gerettet. Er ließ uns in
Cluny raus, wir kauften Zigaretten, ein Baguette, Joghurt und gingen los. Auf den 10
Kilometern von Cluny nach Taize, in den 2 Stunden die wir brauchten, hat dreimal ein Auto
angehalten und gefragt ob sie uns mitnehmen könnten. "Danke, danke, wir wollen laufen"
sagten wir den Leuten und gingen weiter. In Taize angekommen wurden wir gefeiert und mit Tee
und Keksen begrüßt. Nachdem wir einem Bruder erklären mussten, warum wir bleiben wollen und
kein Geld haben, wurden wir in verschiedene Jobs eingeteilt und haben unser Zelt aufgebaut.
Ich mach die Nachtwache, cool.

Tag 48 (13.4.11)
Die Nachtwache war lustig, ich war um halb 2 im Bett und die anderen sind echt cool drauf.
Irgendwie bin ich nach dem 2ten Frühstück (für Nightguards) in eine französische
Bibelgrupper gerutscht und hab kein Wort verstanden. Dann ging es nach dem Mittagessen noch
zur Chorprobe. Ich glaub ich hab mich verliebt. Die jüngere Leiterin der Probe hat eine
unglaublich schöne Ausstrahlung. Danach gings zu meiner richtigen Bibelgruppe und vorm
Abendessen hab ich noch Julia kennengelernt. Sie kommt aus Bayern. Wir haben uns lange
Unterhalten, ich hab ihr ein wenig Taize gezeigt. Nach dem Abendgebet gings wieder zur
Nachtwache. Ein lustiger Job.

Tag 49 (14.4.11)
Boah bin ich müde, hab den Gottesdienst am Morgen verschlafen.Nach der Bibelgruppe war ich
mit Julia an der Quelle und ich bin eingeschlafen. Abends bei der Nachtwache hab ich zum
Glück eine Essensmarke gefunden, da ich meine eigene verloren hatte, durfte mir Brüste eines
Mädchens angucken die in einer Jungensbaracke schlief und ich habe mir mit Tee und Baguette
den Bauch voll geschlagen.

Tag 50 (15.4.11)
Ich sitze gerade mit Julia in der Kirche und lausch dem angenehmen Gesang der Chorprobe. Sie
nickt die ganze Zeit ein. Ich verstehe garnicht warum sie müde ist. Ich war später im Bett
als sie und bin auch um halb 7 aufgestanden. Wir haben uns um 6.45 Uhr getroffen und haben
uns den Sonnenaufgang angesehen. Der einzige Unterschied, ich hab mich um 7.30 Uhr wieder
hingelegt bis halb 11. Naja, mal schaun was der Tag so bringt.
Ich sitz jetzt im Abendgebet, die Kirche füllt sich langsam und Julia und ich waren heute
lange an der Quelle und haben gequatscht. Sie ist ein cooler Mensch, es gehen einige
Gerüchte rum, aber keine stimmen.Gleich ist Nachtwache und Morgen reißt sie ab. Wie die
meißten will sie länger bleiben. Ich bleibe länger.

Tag 51 (16.4.11)
Heute ist Samstag, es ist kurz vor 12 und das Mittagsgebet beginnt gleich. Heute reisen
einige schon ab, unter anderem Julia mit ihrer Gruppe. Ich habe gestern Abend von Baptiste
mein drittes Taize-Tuch bekommen. Julia hat auch eins bekommen und war ziemlich überrascht.
Naja jetzt gehts erst mal in die Kirche. Ich warte wie jeden Tag auf Julia. Von ihr bekomme
ich immer meine erste Zigarette.
Auf den folgenden Seiten habe ich niedergeschrieben, was als Nightguard alles passiert:

Treffen ist um 21.30 Uhr, nach der Abendmesse an Zelt 2, neben der Straße die aus Taize
rausführt. Wir sind ungefähr 12 Leute, hochmotiviert, dem unruhigem Nachtleben in Taize den
Kampf anzusagen. Unsere "Special-Unit" besteht aus verschiedenen, sorgfältig ausgesuchten,
Ex-Ungläubigen. Da hätten wir Brahm, ein Holländer, Spezialist für den Geruch von Weed. Des
weiteren gehört zu unserem Team "The Girls", zwei unheimlich hübsche und gleichzeitig
eiskalte französische Ruhestifter. Baptiste, sieht aus wie der französische Charlie Sheen in
Top Gun und benimmt sich auch so. Luca, der französische Italiener, spricht zwar kein
Englisch, doch nachdem er seinen Kaffee bekommen hat, funktioniert er wie ein kleiner
Terrier. Da hätten wir noch die Beiden, dessen Namen ich nicht kenne. Sie sind ein wenig
bekloppt, französisch halt, aber bringen Pepp in die Sache. Nicht zu vergessen, Bartek "The
Chief" "Der Boss". Baptiste kann eine sehr gute Imitation von Bartek. " Who is tired, girls
are you tired? Or, who wants to work?" Achja, hab ich ganz vergessen, da ist noch die
französische "Task-Force", kann kein Englisch, macht aber nen guten Job. Unser erster Abend
behandelt einen typischen und doch ein wenig merkwürdigen Fall. Zwei Jugendliche Franzosen
wollten zu etwas später Stunde das Dorf verlasssen. Sie sagten uns sie seien hier aus dem
Dorf und wollten nur nach Hause. Arschlecken, zwei Baggy-tragende Hip-Hopper wohnen nicht in
Taize. Wir folgten Ihnen und erfuhren im Laufe des Abends von ihren Absichten. Sie waren zum
Oyak gekommen, um in Erfahrung zu bringen, wieviele in Taize gerade leben, wahrscheinlich um
Drogen zu verkaufen. Wir also hinterher. Als wir sahen, das sie Taize verlassen haben, war
die Arbeit für uns getan. Wir legten noch einen 300 Meter Sprint zurück und begaben uns zu
den anderen. Als auch schon das nächste Problem anstand. Wir sind nach Madras geschickt
worden. "Ok Guys, we split it off, two of you go to Intomie, and two of you to Madras." Wir
waren also zu den Baracken geschickt worden. Als wir dachten das alles ruhig sei, kam eine
Gruppe von drei aufgetakelten Mädels um die Ecke und erzählten uns, das sie in die Kirche
wollten. Okay, es war schon ein bisschen strange um 1.30 Uhr in die Kirche zu gehen, doch
wir wollten sie gerade passieren lassen, aber als dann 3 aufgetakelte Jungen direkt neben
den Mädchen standen und uns die selbe Story erzählten und dabei selber lachen musstn war
alles klar. Alle ins Bett, sofort! Die Lage war gesichert und wir gingen zurück zur Kirche
"Meeting in front of the church at midnight." Da wir mitlerweile dachten, das mehr Leute in
der Kirche als in den Baracken sind, wollten wir diese auch noch checken. Linker, hinterer
Eingang, 6 Nightguards und nur eine Chance. Überraschungsangriff! Baptiste zählt von 3
runter "Three, two, one, GO GO GO!" Er reißt die Tür des Zwischenraumes auf und die beiden
anderen Franzosen und ich rollen im Purzelbaum in den Raum und checken alles wie eine
Spezialeinheit. Wir stehen auf und tröpfeln uns das gesegnete Wasser auf die Brust und
fuhren fort. Ein kurzer Blick in die Kirche und dann wieder ganz schnell raus, wir konnten
nicht mehr vor Lachen. Wer steht da, "The Chief" Bartek. Kurzer Appell seinerseits, kurzes
Lachen unsererseits und weiter geht die Arbeit. Auf nach Madras, in letztes mal. Wir also
die Menschenmenhe zu Ihren Baracken begleitet und für Ordnung gesorgt. Auf einmal als alles
unter Kontrolle schien, dand ich etwas. Ich nahm es mit und ging zu den anderen. "Guys,
listen, please. There was a big noise behind the baracks. I found the reoson, look." Ich zog
hinter meinem Rücken einen gefalteten Oregami-Vogel hervor. Großes Gelächter. "We should say it Bartek tomorrow and the bird will have a conversation with a brother." Ich schnorrte mir
noch eine Zigarette bei Sophie und ging zum Zelt. Es ist 2.30 Uhr, Schlafenszeit.

Tag 52 (17.4.11)
Es ist Sontag, viele haben Taize verlassen und noch mehr sind angekommen. Ich liege in der
Kirche, es ist 23.20 Uhr und hinter mir kritzelt Hanna neben Sophie irgendwetwas in ihr
Tagebuch. Caroline ist heute abgereißt, wie die anderen aus Frankreich/Bordeaux außer
Louise. Ich bin wieder im Night-Welcome-Team und habe den Abend frei bekommen, da ich
dasletzte Woche schon gemacht habe. Die freie Zeit haben Sophie und ich genutzt um uns beim
Oyak zu den Gitarren zu setzten und lauthals etliche Oldies zu trällern. "Bless the lord my
soul, and bless gods holy name. Bless the lord my soul, who leads me into life."

Tag 53 (18.4.11)
Oh man, "Good morning, were from the welcome-team, why you´re laying in the tent?" 3
16-jährige morgens um viertel nach 10 vor meinem Zelt. Nachdem ich ihnen erklären durfte das
ich vom night-welcome bin und ich noch schlafen darf, wünschte ich ihnen nach dieser
englischen Konversation noch einen schönen Tag auf deutsch. Nachdem ich dann dank der netten
Deutschen wach war, bin ich aufgestanden und zum Treffen gegangen. Jetzt sitze ich mit
Tiada, die ich gestern an der Tee-Ausgabe kennengelernt habe, in der Kirche und höre gleich
dem Chor zu. Sabrina, die blonde Freundin von IHR, die mir die nette Zeichnung in mein
Tagebuch gezeichnet hat, starrte mich vorhin in der Kirche merkwürdig an. SIE ist eine coole
Sau und in dem Abendgebet hat SIE mir einige heiße Blicke zugeworfen und impulsiv ziemlich
andeutige Dinge gesagt. Naja, mal schaun. Abends beim Night-welcome hatten wir ein riesen
Problem mit 19 Portugiesen die in einem Raum in der Kirche sich versteckt haben und
feierten. Bartek, der diese Woche die Nachtwache in der Kirche macht, rief um Hilfe und
unser ganzes Team brachte auf sehr militärische Art und Weise unter Kontrolle. Es ist glaub
ich 2.30 Uhr und ich werd jetzt schlafen.

Tag 54 (19.4.11)
Es ist 5 Uhr und ich sitze vor der Baracke der Mädels und sehe gerade einen Hanna- Zwilling
zu, wie sie irgendwelchen Spaniern irgendetwas erzählt. Vorhin war ich mit Tiada an der
Quelle bei einem Zeichenworkshop ihrer Gruppe. Ihre Mutter war auch dabei und ich denke sie
befürchtet das ich irgendwas böses mache. Nach dem ih an der Quelle war, bin ich zu den
Baracken der Mädels und meine Befürchtung mit Sabrina hat sich verstärkt. Wie werde ich
einen Menschen los, der sich mir jede Gelegenheit an den Hals wirft, ich ihn aber nicht
unfreundlich vor den Kopf stoßen möchte? Einfach Sophie fragen, oder auch nicht fragen. Als
Hanna und ich uns beim Abendessen Extra-Food geholt haben, erzählte sie Sabrina das Hanna
und ich zusammen wären und wir Beziehungsstreit hätten. "Wo ist Sabrina?" Sophie:"Die ist
wech." Sie ist zwar nett aber zu anhänglich. Ich sitze gerade in einem geschlossenem Teil
der Kirche und lausche dem Geschehen einige Meter neben mir hinter den geschlossenen Toren.
Louise ist heute abgereißt und auf dem Weg nach Moskau. Ich bin total im Arsch, ich hab
komischerweise nur was mit Mädels zu tun...Sabrina, Hanna, Sophie, Tiada, Trine, Julia,
Caroline und SIE. Mädels sind ziemlich ermüdend, wenn man von allen Seiten umgarnt wird.
Naja, mal schaun was die Woche noch so bringt.

Tag 55 (20.4.11)
Ich liege neben Trine in der Kirche und warte darauf, das der Gottesdienst beginnt. Das
Battle mit Tiada wird immer interessanter und nachdem ich ihr heute meine Antwort auf ihr
Gedicht gegeben habe, fiel sie mir um den Hals. Ich weiß nicht genau was ich anders mache
als sonst, sind es die 20 kg oder meine Geschichte, aber es funktioniert besser als gewollt.
Naja, nicht ablenken lassen und weiter machen. Gestern Abend als wir uns zum Night-welcome
getroffen haben fand in der Kirche noch der Gottesdienst statt und Bruder Benoar hatte ein
Telefon und konnte auf Knopfdruck in die Kirche schalten und hören was da lief. Wir haben
Wetten abgeschlossen welches Lied gerade gesungen wird und haben alle 5 Minuten in die
Kirche geschaltet, sehr lustig.

Tag 56 (21.4.11)
Cooler Tag, ich war mit Hanna in Cluny, habe ein neues Tagebuch und hab mir mit IHR den
Sonnenuntergang angeguckt. Nach Cluny sind wir von Tiada und ihrer Gruppe mitgenommen worden
und haben uns neue Tagebücher geholt. Auf dem Rückweg, nachdem Hanna mir etliche Male
erzählt hat wie froh sie ist, das sie mich mal für sich hat, sind wir nach schon 5 Minuten
mit nach Taize genommen worden. Danach hab ich mich mit IHR getroffen und wir haben uns eine
Decke geschnappt und haben uns hinten auf die Wiese gelegt um uns den Sonnenuntergang
anzugucken. Wir haben ein wenig gekuschelt und so, aber mehr nicht. Dann musste ich arbeiten
und hab IHR 3-mal auf die Stirn geklopft. So gegen halb 1 hab ich dann gesagt bekommen das
Tiada mich sucht und hab mich mit ihr am Zelt getroffen. Nach ein paar Runden über den
Parkplatz brachte ich sie zurück zum Zelt, weil ich weiter arbeiten musste und sie küsste
mich.

Tag 57 (22.4.11)
Ich sitze hier beim Treffen der Nightguards, habe 3 Bier gefunden und das Treffen mit Tiada
verschlafen. ... Ich liege im Zelt, höre irgend welchen verrückten Kölnerinnen zu und
schreibe das erste mal in mein 2tes Tagebuch. Ich hab mich mit Tiada für heute Abend
verabredet und bin mal gespannt wie es wird. Ich geh gleich mal duschen und später arbeiten.
Ich hab keine Lust. Ich hab mich nachdem mich, SIE beim arbeiten begleitet hat, mit Tiada
getroffen und wir legten uns auf die Wiese um Sterne zu gucken. Wir haben ein wenig
rumgemacht bis wir von einem Gewitter verjagt worden sind. Ich brachte sie noch zum Zelt und
begab mich dann wieder zur Arbeit. Ich hab mit der kleinen neuen Schwedin die Runde vor der
Essensausgabe gemacht und wir bemerkten, das die Umrisse der Decken, um die Stämme in den
großen Zelten wie kleine betende Mädchen aussehen. Aber als die Kamera davon kein Foto
machen konnte, weil sie wirklich nur in diesem Moment nicht funktionierte, war alles vorbei.
Echt gruselig. Naja, ab ins Bett.

Tag 58 (23.4.11)
Ich sitze vor dem Zimmer der Mädels und warte auf SIE um in die Kirche zu gehen. Wir haben
heute Mittag ziemlich heftig rumgemacht. SIE hat einen echt ansprechenden Körper und ist
tierisch süß. Naja, als wir dann gestört worden sind, haben wir eine Runde um Taize gedreht.
Abends haben wir die Kirche ausfallen lassen und sind in mein Zelt verschwunden.

Tag 59 (24.4.11)
Es ist Sontag, der Gottesdienst heute Morgen war echt gut. Das war mein erster Ostersontag
in Taize. Ich habe einige Leute verabschiedet und bin in der Küche eingeteilt worden.
Lustiger JOb, Hanna(2) hat mir einen Kinnhaken gegeben. SIE und ich haben wieder den
Gottesdienst ausfallen lassen und sind wieder auf die Wiese. Es war ein komischer und doch
schöner Abend.

Tag 60 (25.4.11)
SIE fehlt mir. Die wundervollsten Menschen lernt man immer zur falschen Zeit kennen. Naja,
ich sitze vor der Kirche und warte auf die Wuppertaler. Es ist irgendwie krass, jedes zweite
Gesicht, welches ich hier sehe, ist auf den ersten Blick das von IHR. Auf den zweiten Blick
ist SIE es leider nicht. Die Wuppertaler sind da! Ronney, Yannick, Trampelz, Juki, Marco,
Reinhardt, Anke und noch einige mehr. Ich habe heute das Welcome für die Deutschen gemacht.
3000 Deutsche, 8 Holländer, 12 Spanier und 24 Franzosen, oder so ähnlich. Wir waren heute
Abend am Oyak und jetzt sitze ich mit Hanna(2) in der Kirche und singe "Come Lord". Hanna(1)
ist in der "Stille" und ich habe das Zelt für mich ganz alleine, komisches Gefühl. Ich
wüsste mit wem ich jetzt gerne im Zelt liegen würde und wer in meinem Arm einschlafen würde.
SIE.

Tag 61 (26.4.11)
Dienstag. Da ist ne süße Blondine in der Bibeleinführung die nen bisschen wie Ellen
aussieht. Ich hatte heute Abend ein Gespräch mit einem Bruder und Juki und habe mich
entschieden nach Wuppertal zurück zu kehren. Mir fehlen einfach Menschen die mich verstehen
ohne das ich ihnen irgendetwas erklären muss.

Tag 62 (27.4.11)
Ich sitze an der Bushaltestelle von Cluny, habe ne Gypsie-Hose und meinen Stock im
India-Laden vergessen. Den hol ich mir morgen ab und dann gehts nach Wuppertal. Ich bin los
von Taize, habe meinen Bakpack gepackt und bin losgelaufen. Manchmal/immer sollte man auf
sein Bauchgefühl hören. Mir fehlen meine Leute einfach. Ich denke ich werde die nächsten
Tage bis Wuppertal wieder unter freiem Himmel schlafen. Ich habe das Zelt Hanna da gelassen
und hoffe das sie es verstehen wird.

Tag 63 (28.4.11)
Ich sitze in Köln-Kalk. Ca. 700 km entfernt von Cluny und schlafe heute Nacht auf einer
Parkbank. Ein Typ hat mich 650km mitgenommen und der Autohändler vom Hinweg, der uns aus
Macon nach Cluny mitgenommen hat, hatte mich dieses mal bis Macon wieder zurück mitgenommen.
Zufall? Naja, ich denke das ich morgen nach Wuppertal komme.



Tag 64 (12.5.11)
Und es geht wieder los. Auf nach Bremen zu IHR :D Ich sitze irgendwo an der A1 an einem
Parkplatz und leg gleich los. Ich freu mich tierisch auf SIE. Zuerst hat mich ein dortmunder
Kunsthändler mitgenommen, danach ein Mitarbeiter von Nico´s Vater, die Welt ist so klein.
Wir sind zu weit gefahren und ich musste wieder zurück. Der Typ der mich dann mitnahm hat ne
Tauch und Boots-Schule in Norwegen und lud mich zu sich ein, wenn ich mal in der Nähe sein
sollte. Auf dem Weg zu IHR, von der Autobahn, fuhr IHRE Mutter an mir vorbei, drehte um und
lud mich netterweise ein. Es war so schön SIE wieder zu sehen und nachdem sich IHRE
Schwestern mit einem "Sonnenbrand" im Gesicht vorstellte, gingen wir zu einem Felsen,
tranken Wein, aßem Käsehäppchen und sprachen über unsere Gefühl füreinander. Ich habe schpon
lange nicht mehr einen Menschen so sehr begehrt wie SIE.

Tag 65 (13.5.11)
Ich bin aufgewacht und blickte in ein süßes Gesicht. Wir waren bis 5 Uhr wach und ich war
absolut fertig. SIE macht mich verrückt. IHRE Freundinnen mit Begleitung kamen Abends zum
Lagerfeuer und nen paar Drinks. SIE und ich haben miteinander geschlafen, es war echt gut,
besser als in Taize und besser als jemals zuvor. Es ist wieder 5 Uhr und die Nacht ist
vorbei.

Tag 66 (14.5.11)
Wir haben nochmal miteinander geschlafen und lagen den ganzen Tag im Bett. Es wird irgendwie
ernst mit IHR. SIE ist so wundervoll wenn SIE lacht, mir von IHREN Träumen erzählt oder SIE
einfach nur da liegt. Auch wenn ich Laura vergessen will, muss ichnoch mit ihr die Sache
noch klären.

Tag 67 (15.5.11)
SIE ist arbeiten und ich habe den ganzen Tag mit Debbie gechillt und gequatscht.

Tag 68 (16.5.11)
Happy happy birthday. Dickes Frühstück, SIE würde auch gerne eine Beziehung mit mir führen
und ich mach mich auf den Weg nach Heide. 12 Stunden später bin ich auch angekommen, was ein
Drecksdorf^^, am Arsch der Welt. Trines Freund Marcel war auch da, ne coole Sau. Wir haben
noch bis 3 Uhr gequatscht.

Tag 69 (17.5.11)
Trine ist arbeiten, Marcel auch und ich räume ein wenig die Bude auf. Sie hat mir nen coolen
Brif da gelassen und Abends waren wir noch bei Büsum und ich war in der Nordsee schwimmen um
21.30 Uhr.

Tag 70 (18.5.11)
Ich bin wieder auf dem Weg zu IHR. SIE hatte mich Abends noch zum Grillen mit IHREN
Freundinnen eingeladen und es war ein echt cooler Abend. Ich finde es schade das ich morgen
wieder fahren muss, aber ich sehe SIE ja in 2 Monaten wieder.

Tag 71 (19.5.11)
Nachdem wir uns ausgiebig verabschiedet haben, machte ich mich auf den Weg zur Autobahn.
IHRE Mutter ließ mich an der Autobahnauffahrt raus und ich stand dann da... Letztendlich war
ich in ein paar Stunden bei meiner Oma vor der Haustür. Es ging recht schnell und war
relativ komfortabel. Ein Holländischer Futtersilo-Verträter mit seinem neuen 3er BMW nahm
mich mit 24o bis nach Münster mit. Und so weiter.

Tag 72 (24.5.11)
So, morgen gehts wieder weiter. Kennt ihr das Gefühl, wenn man etwas ein zweites mal macht,
man Angst hat, das es nicht so schön wird wie das erste mal? So gehts mir gerade.

Tag 73 (25.5.11)
Heute Morgen gings wieder los. Meine Oma hat mich um 6 Uhr geweckt und mir etliche Dinge, wie ein Gebrutstagstisch, auf der Anrichte präpariert. Eine Packung Tabak, Blättchen, 3 gefaltete 5 Euro-Scheine,Bifis, kleine Muffins, Frikadellen, Schokolade und Einlegesohlen für die Schuhe. Nach einer Schale Kellogs brachte sie mich dann zum Rasthof in Barmen und weinte beim Abschied. Nach einer guten Stunde nahm mich dann ein LKW-Fahrer bis nach Köln mit. Er ließ mich einfach am Standstreifen raus, was mich dann zwang zur Raststätte zu Fuß zu laufen. Ich also an der Raststätte angekommen, wartete ich ungefähr 10 Minuten bis dann ein Sattelschlepper mit 4 Autos drauf anhielt. "Hey ich bin Peter" stellte er sich vor, ist bei der Polizei in Limburg, holt gerade beschlagnahmte Autos aus Hamburg ab und bestellte übers Telefon Graß fürs Wochenende. Ja, Graß! Ich fragte ihn ob ich mir eine rauchen dürfte, er war entäuscht das es nur eine Zigarette war. "Verpfeifst du mich?" fragte er, woraufhin ich verneinte, er holte eine kleine Flasche Weinbrand aus der Fahrertür, nahm einen Schluck und reichte sie an mich weiter. Achja, eines der Autos ist ein Zivil-Polizei-Auto. Es ist aufgebrochen, geklaut und vor die Wand gefahren worden. "Wir haben letztens Graß beschlagnahmt" erzählte er mir. "Habt ihr es vernichtet?" "Ja, am nächsten Rasthof." Das sind die größten Gannoven die es gibt. Als wir dann an ein Stauende kamen, machte er das Blaulicht an und es ging über den Standstreifen nach Limburg. Von der Raststätte dort nahm mich wieder ein LKW-Fahrer mit. Er hatte nichts im Führerhäuschen außer Bier. 2 Stunden und 7 Bier später kam ich dann gut angeheitert in Würzburg an, wo mich erstmal die Polizei filzte. Diese Wixer, räumen meinen ganzen Rucksack aus, "ist alles okay." und hauen ab. Dann hab ich 2 Stunden an der Raststätte verbracht, bis mich ein 21-jähriger Fernfahrer bis nach Möckmühl mitnahm, nachdem mir ein Wuppertaler mit seinem Truck die Sonner versperrt hat. Von der Raststätte wo mich der Typ rausgelassen hat lief ich dann surch Täler und über Berge 2 1/2 Stunden nach Roigheim. Von da aus musste ich noch weiter. Ich sitze jetzt am Himmelsbrünnle, hab was getrunken und schlafe auf einer Parkbank.

Tag 74 (26.5.11)
Ich bin um halb 6 von den Vögeln auf dem Baum geweckt worden und hab mich dann auf den Weg zu Hanna(2) gemacht. Das waren noch ca. 500m und die sagten mir das ich auch gestern hätte klingeln können. Wir haben dann erstmal gefrühstückt und Hanna nahm mich dann nachdem ich Cello spielen durfte, mit zu ihrer Schule, weil sie ihre Reli-Klausur schreiben musste. Nach nem Mittagsschläfchen, den ich wirklich nötig hatte, schauten wir uns "Into the wild" an, den mir der LKW-Fahrer zu Recht, sehr empfolen hat und quatschten über Gott und die Welt. In dem Film geht es um einen Jungen Mann, in meinem Alter, der mit dem Backpack durch die Staaten reißt und später leider in Alaska stirbt, weil er die falsche Pflanze gegessen hat. Es war sehr ähnlich mit meiner Reise, ich hoffe ich sterbe nicht. :D

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